Dornacherstrasse
Solothurn
Das Konzept sieht die Setzung eines länglichen Volumens vor. Es ist ein lineares Weiterspielen der Baukörper entlang der Dornacherstrasse und entlang der Eisenbahnlinie. Dadurch wird der Eisenbahn- und Strassenraum räumlich klar gefasst. Das Volumen bildet einerseits den Abschluss der städtischen Achse und fungiert als neuer, südlicher Abschluss des Dornacherplatzes. Durch eine volumetrische Geste wird ein Bezug zum Platz geschaffen. Die Geschossigkeit orientiert sich am vorhandenen Kontext. Bewusst werden keine expliziten Höhenstaffelungen oder Gebäudeversätze angestrebt. Das Volumen lebt von der Einfachheit und strahlt dadurch Ruhe, Kraft und Selbstverständlichkeit aus.
Bahnseitig folgt das Volumen der Eisenbahnlinie, der Dynamik, Bewegung und Geschwindigkeit vom Gleisraum und nimmt mit einem feinen Knick dessen natürlichen Verlauf auf. Zum Dornacherplatz hin reagiert der Entwurf mit einem feinen, subtilen Knick in der Fassade. Der Platz wird dadurch klar definiert und gefasst. Im Kontext mit den unterschiedlichen Bauten um den Dornacherplatz wird durch die verschiedenen Fassaden ein städtischer Raum aufgespannt. Der städtische Raum am Dornacherplatz verläuft auf einem einheitlichen Niveau entlang der Fassaden bis zur Knickkante des Entwurfs. Dort fällt das Terrain mit dem Strassenverlauf ab. Der Knick bildet den Abschluss des oberen Niveaus und leitet subtil in den Freiraum über – vergleichbar mit einer Murmel in einer Murmelbahn, welche entlang der Dornacherstrasse gleitet und auf dem Dornacherplatz den Abschluss findet.
Der zweite feine Knick erfolgt stirnseitig des Gebäudes und deutet vom Bahnhof herkommend den Zugang zum sich öffnenden städtischen Raum an. Die Geste leitet und führt einem in den gefassten Freiraum. Weiter wird dadurch die Fassade nicht zur eigentlichen Seitenfassade, sondern wird Teil vom städtischen Raum des Dornacherplatzes. Das neue Gebäude vermeidet eine repetitive Aufreihung und schafft einen feineren Übergang zum Perron1. Formale Bezüge zur gegenüberliegenden Blockrandbebauung zeigen sich in abgeschwächten Ecken. Durch die feinen Knicke entstehen unterschiedliche Fassadenausrichtungen, wodurch das Volumen in einzelne Fragmente aufgeteilt wird.
AUFTRAGSART Studienauftrag, 1.Rang
JAHR 2025-2031
AUFTRAGGEBERSCHAFT Losinger Marazzi AG
BAUKOSTEN -